Everything changes… aber ist das gut oder schlecht?

Veränderung. Was sich doch alles hinter so einem kleinen Wort verstecken kann. Etwas Positives oder Negatives, etwas Einschneidendes oder etwas lang ersehntes. Auf jeden Fall verbirgt sich hinter diesen 11 Buchstaben oft etwas noch Größeres: Die Angst davor. Denn wir erleben in unserem Leben viele Veränderungen, mit denen wir nicht einverstanden sind und die wir trotz großer Bemühung nicht beeinflussen können.

Deshalb hat es sich unbemerkt verbreitet, dass ein Leben mit weniger Veränderung gar nicht so schlecht ist. Nach all den aufbrausenden Uni- oder Lernjahren voll Auslandsaufenthalten, neuen Freunden und sich ständig ändernden Lebensträumen, fangen wir mit Ende 20 plötzlich an, die Veränderung an sich anders wahrzunehmen. Wir fragen uns:

Ist es nicht ganz gut, so wie es gerade ist?

Soll ich es jetzt, wo mein Leben gerade in eine bestimmte Richtung läuft, überhaupt noch wagen, große Veränderungen einzugehen? Oder könnten diese dazu führen, dass ich …weniger Geld habe …mein Leben zum Negativen verändere …oder mit voller Wucht gegen die Wand fahre?

Für mich persönlich ist Veränderung ein allgegenwärtiges Thema. Ich möchte alles verändern. Immer. Doch gleichzeitig bin ich froh, dass ich mit den Jahren gelernt habe, dass ich meine innere Stimme in bestimmten Fällen ignorieren kann. Nein, ich muss mit meinem Mann nicht jedes Mal in ein anderes Restaurant  - bei unserem Spanier um die Ecke haben wir viel mehr Freude, weil das Essen dort wenigstens schmeckt. Und wir werden nicht abgelenkt. Nicht voneinander und auch nicht von unserem Leben. Wir wohnen hier und auch, wenn das nicht der Stadtteil meiner Träume ist, ist es unser Zuhause. Und genau deshalb braucht es hier keine Veränderung. Ein Zuhause macht glücklich und kann das auch nur, wenn es nicht pausenlos verändert wird. 

Allerdings merke ich mittlerweile auch, wann man das Verlangen nach Veränderung nicht unterdrücken darf. Nämlich, wenn das Feuer für die Veränderung alle Zweifel und Ängste unterdrückt und man einfach weiß, dass es richtig ist, die Veränderung anzunehmen – auch, wenn sich ungeahnte Schwierigkeiten ergeben könnten. Eine Hochzeit ist hierfür ein gutes Beispiel. Natürlich könnte es sein, dass sich der Alltag nach einer Hochzeit noch mehr einschleicht, weil erst einmal kein großes Ereignis in der Partnerschaft mehr ansteht… und natürlich könnte das Fest in die Hose gehen, so dass der Traum einer Märchenhochzeit zerplatzt… und natürlich kann es passieren, dass man in 15 Jahren merkt, dass man doch nicht zusammen passt…

Jedoch muss man sich im gleichen Augenblick fragen: Was passiert, wenn wir es nicht wagen? Was, wenn der Alltag uns ohne einen Ehering am Finger erwischt? Ist es dann nicht viel einfacher, sich zu verabschieden und so die Chance auf ein neues Aufleben der Gefühle zu verschenken, weil man sich frei und ungebunden fühlt?

Und so ist es in allen Lebenslagen… Es ist eben nicht leicht zu sagen, wie man mit der Veränderung umgehen soll. Man sollte es nicht übertreiben, man sollte aber auch nicht zu wenig wagen. Und schon gar nicht sollte man Angst davor haben. Denn oft verändert sich viel mehr, als man glaubt – ohne, dass man es überhaupt merkt. Und genau das macht unser Leben und unsere Entwicklung aus. Denkt mal darüber nach: Ist es nicht so, dass wenn man nach ein paar Jahren auf den scheinbaren Alltag zurückblickt, man erst richtig merkt, was sich alles verändert hat?

„Everything has changed and yet, I am more me than I’ve ever been” (Ian Thomas)


In dem Sinne: Es lebe die Veränderung!

Eure Sonja